Der Alptraum von La Sierra (Puerto de Santa Mariá, bei Cadíz) ist noch nicht zu Ende


Manolo hat wieder angefangen Hunde zu sammeln. Diese bekommen kein Futter, stehen nicht unter tierärztlicher Aufsicht und niemand kämpft um ihr Leben. Die Tiere sind nicht kastriert und bekommen andauernd Welpen, die überhaupt keine Chance haben zu überleben. Der Hunger der erwachsenen Hunde ist so groß, dass ihr Leben schnell beendet ist. Vor Jahren eilten Montse und Esther schon einmal zu Hilfe, um diesen Tieren zu helfen. Sie reinigten die "Zwinger" und Ausläufe, führten eine Kastrationsprogramm durch und gaben ihnen Futter. Mit der Zeit fing Manolo an, die Frauen zu terrorisieren. Wenn er nicht auch sein Essen und v.a. Alkohol bekäme, würde er die Tiere bestrafen und den kranken Tieren nicht helfen. Der TSS war schon 2x bei Manolo, um einige Hunde nach Deutschland zu vermitteln. Mit der Hilfe von vielen Leuten aus Madrid, Cadíz, der Schweiz und Deutschland, konnten Montse und Esther 2005 alle Hunde von Manolo retten. Der Alptraum hatte ein erfolgreiches Ende aber Manolo bekam nie eine gerechte Strafe. Während der Rettung der Hunde, wurde gegen Manolo Anzeige erstattet, aber als die Polizei in La Sierra ankam, waren keine Tiere mehr da und Manolo wurde nicht bestraft. Korrekter wäre es gewesen, die Anzeige zu machen, als die Tiere noch da waren, dann hätte Manolo eine Strafe bekommen. Aber die Tiere wären dann in eine "normale" Perrera gekommen, um eingeschläfert zu werden. Das konnten Esther und Montses Herzen nicht verantworten.

Es war eine große Hilfe für die Hunde aus La Sierra, aber kein guter Ausgang und ein definitives Ende mit La Sierra und mit Manolo.
Im Jahr 2006 konnten Montse und Esther nicht nach La Sierra gehen. Aber sie wussten ganz genau, dass Manolo wieder anfing, Tiere einzusammeln und dass sie von da an in einem Alptraum lebten. Sie hatten kein Futter, bekamen keine ärztliche Hilfe und die Hündinnen warfen jeden Tag Welpen. Sie schätzten, dass ca. 50 hungernde und kranke Hunde da waren.

Susana aus Madrid kam nun nach La Sierra, um Bilder von dem Horror zu machen. Sie belog Manolo, versprach ihm Futter zu bringen und trat in das Inferno unter schmerzhaften und mutigen Umständen dort ein. Diese Fotos wurden Amnistia Animal in Madrid präsentiert. Mit diesen Beweisen in der Hand könnte die Polizei reinkommen. Nun wird Manolo seine hoffentlich gerechte Strafe bekommen. Aber alle kennen auch das Ende dieser Tiere. Sie haben den Hunger, den Schmerz und die Isolierung besiegt, aber alle werden in Perreras gebracht und ihnen steht der Tod sehr nahe.
Wir wissen nicht, wann die Polizei mit Tierschützern kommen wird und wann die Hunde abgeholt werden. Wir können auch nicht versprechen, dass, wenn dieser Moment eintrifft, einige Hunde am Leben bleiben werden. Wir werden Montse und Esther helfen, Pensionen in Puerto de Santa Maria zu finden und wir haben die Hoffnung, dass einige Tierheime in Madrid Tiere aufnehmen können.

Zeugenaussage von Susana (27.08.2006):
Es sind um die 60 Hunde, hauptsächlich von kleiner Größe. Sie leben im Müll umgeben von Fliegen, Waschmaschinen, Badewannen, Mikrowellen, Matratzen, Autowracks, kaputten Fensterscheiben, Bauschutt und Reststoffen... Sie haben kein Wasser. Sie haben nichts zu fressen. Sie haben nur Zecken und Flöhe, einige haben offene Wunden an den Ohren, sie bluten, sie sind sehr dünn. Einige können sich kaum auf den Beinen halten. Ein Welpe schlief liegend auf dem toten Körper seines Bruders. 2 kleine schwarze Hunde lagen in 2 Obstkisten im Sterben. Die meisten Hunde laufen frei herum, ohne nach Größse oder Geschlechtern getrennt zu sein. Dort sind trächtige Hündinnen, die Hunde paaren sich, viele sind ohne Fell und sehr viele liegen unbeweglich mitten im Dreck und im Müll. Wir haben damit angefangen, dass Manolo uns den Welpen und die beiden Kleinen in den Obstkisten gab. Es dauerte lange, bis wir ihn überredet hatten. Die 2 schwarzen kranken Hunde zu nehmen, war, als wenn man 2 tote Körper tragen würde. Sie konnten noch nicht einmal den Kopf heben. Sie fielen uns im Arm zusammen und ihr Blick war trübe. Die Zecken und die Läuse krochen über unsere Körper. Wir waren voller Stiche, nicht zu vergleichen mit den Wunden, die die Hunde aufwiesen. Einer der beiden hat nicht überlebt. Das Einzige Wichtige für uns ist momentan, dass Manolo in Kürze gestopt wird und das Ende erreicht ist. Die anderen 2 scheinen überleben zu können. Einer erhielt gestern eine Bluttransfusion von Duende, ein Spender, der genau weiss, wie es ist, bei Manolo gelebt zu haben. Zu allem Unglück sind die Resultate der Blutuntersuchungen der 3 Hunde sehr schlecht. Sie leiden alle unter Austrocknung, Blutarmut, Leishmaniose, Filaria und Ehrlichiose und sie haben alle Parasiten, die man kennt.

Hier ein Überblick über die Hunde:
Auslauf No. 1:
Nur Hunde kleiner Größe (max. 10 kg). Der Auslauf ist dreckig. Den Hunden scheint es gut zu gehen. Ich konnte nicht eintreten, habe die Bilder von draußen gemacht.
…brauner Mischling mit weißer Brust (Typ kleiner Podenco mit grünen Augen)
…langhaariger Hund, schwarz
…langhaariger Hund, crémefarben
…4 oder 5 Bodegueros, einer zwischen 3-4 Monate

Auslauf No. 2:
Nur Hunde kleiner Größe (max. 10 kg). Der Auslauf ist dreckig. Den Hunden scheint es gut zu gehen. Ich konnte nicht eintreten, habe die Bilder von draußen gemacht.
…“ähnlich“ wie Jonás
…schokobrauner Mischling
…2 Bodegueros
…rotschwarzer Mischling (Yorkshire-Typ)
…weißs-schwarzer Cocker Spaniel

Auslauf No. 3:
Der höhere. In diesem sind 3 große Hunde (Gewicht 22/25 kg). Sie haben Sessel, wo sie erhöht drauf liegen können. Sie sind voll von Parasiten. Einer hat ein Ohr mit offenen Wunden.

Freilaufend:
…größerer Hund, 25 kg, schwarzes Fell, ein Auge blau, das andere braun
…lieber brauner Boxer
…Hund, ähnlich wie Lobita, langes Fell
…Jagdhündin, 12 kg, weißes Fell mit braunen Flecken, sehr traurig, lässt Kopf hängen
…kleiner Hund, weiß und cremefarben
…kleiner Dackel, vom Verhalten und der Größe her wie Apollo
…langhaariger Hund, braun, klein
…extrem dünner Galgo, sehr schlechter Zustand
…schwarzer Labrador
…Wasserhunde, schlechter Zustand
…Afghane, schlechter Zustand, verletztes Bein
…kleiner schwarz-weißer Hund, langhaarig, ca. 15 kg
…Hündin, Typ Drahthaar, mittelgroß, 20 kg, hochtragend!!!
…langhaariger kleiner schwarzer Hund
…Dt. Schäferhund, Kläffer
…mittelgroßer dt. Schäferhund-Mix, braun-weiß, 20 kg
…mittelgroßer Jagdhund – 15 kg, voll von Ungeziefer
…Hund, schwarz-rot, 10 kg, klein
…Hund, wie Tyni, aber größser, unter 10 kg
…schwarzer Mischling, mittelgroß, 18 kg
…Jagdhund-Mix, weiß mit schwarzen Flecken, mittelgroß, 15 kg
…Hund, Bodeguero-Typ (Farbe und Größe, aber langhaarig
…schwarzer Mix, mittelgroß, 15 kg
…2 schwarze Mischlinge, klein, 10-12 kg
…mindestens noch 5 freilaufende Bodegueros
…große Mischlingshunde, einem fehlt ein Stück an der Pfote, sehr schlechter Zustand, wir konnten sie nur von weitem fotografieren

In höheren Verschlägen eingesperrt:
…ein Bodeguero
…weißer langhaariger Hund

Ich hatte keinen Zugang in den Teil, in dem Manolo lebt. Dort sind noch mehr Hunde, ein Kaninchen und 2 Hühner.
Die Fotos werde ich zu einem Album zusammenstellen und Euch schicken. Es sind mehr als 300 Bilder!